GORCH FOCK vs. Barry
In See, 21.06.2007

Ricarda Schönbrodt (Presse- und Informationszentrum Marine)


Das war nicht vorauszusehen: Tropensturm Barry bringt

die GORCH FOCK unerwartet auf Spitzengeschwindigkeit.

Die letzte Station Martinique hatte die GORCH FOCK schon einige Tage hinter sich gelassen.

Geplant war, den laut Vorhersage günstigen Wind auszunutzen, um an den Bahamas vorbei zu segeln.

Mit einer Winddrehung auf südliche Richtung wollte man, den Golfstrom ausnutzend, gen Norden segeln.

Als sich die GORCH FOCK bereits in der Straße von Florida befand, entwickelte sich die Wetterlage

innerhalb weniger Stunden überraschend zu einem Tropischen Sturm.

Das Miami Hurricanecenter prognostizierte die Windgeschwindigkeit auf maximal 55 Knoten.

Tatsächlich wurden an Bord jedoch Spitzenwerte von über 70 Knoten verzeichnet.

Für die GORCH FOCK gab es nun keine Möglichkeit mehr, dem Sturm zu entkommen.

So brauste das Schiff mit Spitzengeschwindigkeit von 18,2 Knoten durch die See.

Jedoch blieb der Besatzung keine Zeit, den neuen Rekord zu feiern!

Als aufgrund des anhaltenden östlichen Windes das Schiff zu nah an die Küste heran zukommen drohte,

entschied der Kommandant, Kapitän zur See Norbert Schatz, eine Halse zu fahren, um Raum und Zeit zu gewinnen.

Der Kurs wurde entgegen der Zugrichtung des nach Norden wandernden Sturmtiefs geändert und so entkam die

GORCH FOCK letztlich dem Tropensturm Barry.

Trotz eines gerissenen Segels hatten Schiff und Besatzung durch den professionellen und routinierten Einsatz

aller Beteiligten keine weiteren Schäden zu beklagen. In dieser besonderen Situation konnte man erleben,

wie hochwertig die Ausbildung auf der GORCH FOCK vonstatten geht.


Quelle: Marine.de

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