Die Deutsche Marine im Bündnis

Die Deutsche Marine im Bündnis (Quelle © 2007 Bundeswehr / Presse- und Informationszentrum Marine)

Kooperatives, multinationales Handeln ist Voraussetzung für nationale Sicherheitsvorsorge.

Die Deutsche Marine ist fest in ein System internationaler Bündnisse integriert.

Sie beteiligt sich an einer gemeinsamen internationalen Kraftanstrengung,

die auf der Zusammenarbeit mit Freunden und Partnern und auf das Zusammenspiel

in den Bündnissen bzw. auf die aktive Mitwirkung in den Organisationen beruht.


Vereinte Nationen - VN

Den ersten maritimen Einsatz der Vereinten Nationen (VN), UNIFIL, führt die Deutsche Marine.

Sie und ihre Bündnispartner setzen die Seeraumüberwachung vor der Küste des Libanon durch.

Über 1.000 Marinesoldaten unterstützen vor Ort die libanesische Regierung bei ihrem Kampf gegen die

illegale Einfuhr von Waffen.


Europäische Union - EU

Die von der Europäischen Union (EU) geführten EU-Battlegroups, leichte und hochmobile Gefechtsverbände

für die Krisenreaktion, werden von der Deutschen Marine unterstützt. Battlegroups sollen zur Krisenbewältigung weltweit,

schnell und im gesamten Spektrum von Evakuierungsoperationen über Konfliktprävention, Unterstützung humanitärer

Operationen und Stabilisierungsoperationen bis hin zur Trennung von Konfliktparteien eingesetzt werden können.

Bereits das EU-Manöver EUROPEAN CHALLANGE im Jahr 2005 ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit der

Deutschen Marine mit der Europäischen Union.


North Atlantic Treaty Organisation - NATO

Mit der Gründung der Bundeswehr am 12. November 1955 lag bereits ein umfangreiches Konzept für einen deutschen

Marinebeitrag zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) vor, der sich später zum deutschen Beitrag als

NATO-Mitglied wandelte.

Bereits im April 1957 konnte die Deutsche Marine als erste Teilstreitkraft der Bundeswehr der NATO

ausgebildete Verbände unterstellen. Als einzige Nation im Bündnissystem der NATO ist Deutschland in allen vier

ständigen maritimen Verbänden vertreten. Die Operationen ACTIVE ENDEAVOUR im Mittelmeerraum,

vorrangig in der Straße von Gibraltar sowie ENDURING FREEDOM am Horn von Afrika laufen unter der Führung der NATO.

Diese Einsätze demonstrieren die gemeinsame Entschlossenheit zur Entdeckung und Abschreckung terroristischer Aktivitäten.

Zudem werden vor allem für die Einsatzbereitschaft, aber auch für die Kooperation untereinander, verschiedene Manöver mit

Bündnispartnern der NATO durchgeführt. Die Manöver NOBLE MARINER und BRILLIANT MARINER stellen nur einen

Bruchteil der multinationalen Ausbildungsaktivitäten der NATO dar.


Kooperation mit Nicht-NATO-Staaten

Mit dem Ziel der Vertrauensbildung und engerer, umfassender politischer Zusammenarbeit mit mittel- und osteuropäischen Staaten

wurde in Brüssel am 10. Januar 1994 das NATO-Projekt „Partnership for Peace“ (PfP) auf den Weg gebracht.

Es handelt sich dabei um ein bilaterales Kooperationsprogramm zwischen einzelnen Partnerstaaten und der NATO.

Die Ziele von PfP sind die Förderung der Transparenz nationaler Verteidigungsplanung, die Gewährleistung demokratischer

Kontrolle über Streitkräfte, die Fähigkeit zu gemeinsamen VN-/OSZE-Operationen, die gemeinsame Planung,

Ausbildung und Übung für Friedenserhaltung, Search and Rescue, humanitäre Operationen usw. sowie die Konsultation

bei Bedrohung eines PfP-Partners.


Partner Deutsche Marine

Die Deutsche Marine stellt für die Auslandseinsätze UNIFIL, OEF und für die Standing NATO Groups sechs bis sieben Prozent

seiner gesamten Truppenstärke zur Verfügung. Feste Freundschaft und enge Zusammenarbeit mit den Verbündeten ist einer der

Schwerpunkte der Deutschen Marine. In Kooperation wird der Frieden erhalten und die Freiheit gesichert.

Die Bündnisse bleiben die Grundlage deutscher Sicherheitsvorsorge.

Die NATO, die EU und ebenso die VN sind Garanten für die internationale Sicherheit und Stabilität.

Vertiefung und Erweiterung dieser Beziehungen sind notwendig, um Krisen wirkungsvoll vorzubeugen, Konflikte einzudämmen

und zu beenden.


Inspekteur Marine Vizeadmiral Wolfgang Nolting (Quelle © 2006 Bundeswehr / Björn Wilke)

Deutsche Admirale international

1984 übernimmt zum ersten Mal ein Deutscher Offizier, Kapitän zur See Klaus D. Schwabe, das Kommando über die

STANDING NAVAL FORCE ATLANTIC, der heutigen Standing NATO Maritime Group 1.

Seitdem haben viele andere deutsche Admirale, vor allem in der NATO, wichtige Posten übernommen.

Admirale der Deutschen Marine übernehmen nicht nur Funktionen in der Deutschen Marine oder der Bundeswehr,

viele von ihnen sind zumeist für einige Jahre innerhalb der NATO tätig.

So übte der heutige Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang E. Nolting, von 1992 bis 1993 und von 1998 bis 2000

Verwendungen innerhalb der NATO aus. Auch sein Vertreter, Konteradmiral Axel Schimpf, war von 1997 bis 2000

als Koordinator für Streitkräfteplanung im International Military Staff, Plans and Policy Division in Brüssel eingesetzt.


Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker (Quelle © 2006 Bundeswehr / Björn Wilke)

Der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker, war zuvor von 2004 bis 2006

Deputy Chief of Staff Transformation in Norfolk.

Konteradmiral Gottfried Hoch, heute der Stellvertreter Befehlshaber der Flotte,

war der erste Kommandeur der Operation ENDURING FREEDOM.

Er Übernahm bereits im Mai 2002 das Kommando von den Amerikanern.

Der Kommandeur der Einsatzflottille 2, Flottillenadmiral Karl-Wilhelm Bollow, führt zur Zeit das Einsatzkontingent UNIFIL

vor der Küste des Libanon an. Damit hat Deutschland die Führung der ersten maritimen Operation der

Vereinten Nationen überhaupt übernommen. Der Kreis schließt sich mit Vizeadmiral Frank Ropers, der als stellvertretender

Kommandeur im NATO-Hauptquartier in Northwood tätig ist.

Fast jeder Admiral der Deutschen Marine hat innerhalb einer Bündnisorganisation wie der NATO, EU oder VN gearbeitet.

Internationale Zusammenarbeit ist bei der Deutschen Marine nicht weg zu denken.


Quelle und weitere Informationen auf Marine.de

 

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